Wirbelsäulenerkrankungen und Schmerztherapie

Die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur bilden den Stützapparat des Rumpfes, der dem Menschen den aufrechten Gang und die Beweglichkeit sichert. Aus diesem Grund sind sie täglich einer hohen Belastung ausgesetzt.

Die Wirbelsäule des Menschen ist das Stützgerüst, das dem Menschen den aufrechten Gang ermöglicht. Sie ist in fünf Abschnitte unterteilt. Von oben nach unten sind dies Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuzbeinwirbel und Steißwirbel.

Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich die Bandscheiben, Diese bestehen aus einem gallertigen Kern mit einem umgebenden Faserring und puffern Stöße auf die Wirbelsäule ab.

Letzt endlich ist auch die Rückenmuskulatur von großer Bedeutung, Sie sorgt für Ausgleichsbewegungen um das Gleichgewicht beim Stehen und Gehen zu erhalten.

Das Wirbelsäulensystem wird täglich einer hohen Belastung ausgesetzt. Neben den degenerativen Verschleißerkrankungen wie

  • Spinalkanalstenose
  • Spondylarthrose (Arthrose der kleinen Wirbelgelenke = Facettensyndrom)
  • Spondylose / Osteochondrose (Verschleiß der Bandscheiben und Wirbelkörper)
  • Degenerative Spondylolisthesis (Pseudospondylolisthesis = Wirbelkörpergleiten)

können dabei auch die Bandscheiben überlastet werden. Dies kann geschehen durch Fehlhaltung bei bestimmten Tätigkeiten aber auch durch Übergewicht. Ist die Beanspruchung zu groß wird der gallertige Kern der Bandscheiben aus seiner Position heraus in die Zwischenwirbellöcher gepresst und drückt dort auf die Nerven des Rückenmarks oder auf aus dem Wirbelkanal austretende Nerven. In den meisten Fällen tritt ein solcher Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, da hier die Belastung besonders groß ist.

Neben den vorgenannten physischen Ursachen können auch Psychische Faktoren für die Rückenbeschwerden verantwortlich sein.

Therapie

Die von den meisten Krankenkassen für die Behandlung von Rückenerkrankungen anerkannten Leistungen, reichen in einer Vielzahl an Fällen für die Behandlung nicht aus. Das Resultat daraus ist, dass zunehmend Operationen an den Bandscheiben oder der Wirbelsäule durchgeführt werden. Lt. AOK Krankenhausreport 2013 hat sich die Zahl der Wirbelsäulenoperationen zwischen 2005 und 2010 mehr als verdoppelt. In einer Vielzahl von Fällen war die Operation erfolglos oder hat die Leiden verschlimmert.

Das Zentrum für Wirbelsäulenerkrankungen und Schmerztherapie hat sich aus diesem Grund auf operationsvermeidende Techniken zur Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert. Dazu zählen die:

  • Facettendenervation
  • Periradikuläre Therapie
  • Nukleoplastie

Mit diesen Techniken können, in Verbindung mit abgestimmter Physiotherapie, Bandscheiben- und Wirbelsäulenoperationen vermieden werden.

Schmerztherapie

Insbesondere in den Fällen chronischer Rückenschmerzen mit wachsender Intensität der Schmerzen und der Angst vor Bewegung, unter Einflussnahme von psychischen Faktoren ist eine multimodales Schmerztherapie die richtige Behandlungsalternative . Auch bei Fällen in denen eine Operation keinen Erfolg brachte ist diese Behandlung angezeigt.

Bei der multimodalen Schmerztherapie handelt es sich um ein sektorenübergreifendes, interdisziplinäres Programm, bei dem Ärzte aus den Fachrichtungen Orthopädie und Neurochirurgie, in angezeigten Fällen auch Psychologen mit eingebunden sind.
Für den Patienten wird dabei nach entsprechender fachlicher Anamnese ein individueller Therapieplan erarbeitet und entschieden ob die Behandlung stationär oder ambulant durchgeführt werden soll.